Dinslaken. Auf der Trabrennbahn trafen sich Freunde und Besitzer der edlen Flitzer aus Zuffenhausen zum „9. Internationalen Club Day“ der Porsche-Freunde. Und das Staunen begann schon auf dem Parkplatz...
„Oh, ist der cool.“ Leon, acht Jahre alt, zeigt mit seinen verklebten Eisfingern auf einen silbernen Carmann Ghia. Baujahr? Lässt sich nicht ermitteln. Der Besitzer ist schon auf der Trabrennbahn, die am Samstag zum 9. Mal Treffpunkt für Porschefreunde nicht nur aus Deutschland wurde (zur Bildergalerie). Aus Frankreich, Holland und sogar England sind Porschebesitzer mit ihren edlen Flitzern zum „Internationalen Club Day“ an den Niederrhein gesaust. Und die will Leons Vater sehen. „Ja, der ist cool. Aber wir wollten doch Porsche gucken“, sagt Mathias Mueller zu seinem Sohn und steuert mit dem Fotoapparat in der Hand den Eingang an.
911er und Traktoren
Sehen und gesehen werden - das ist eines der Prinzipien an diesem Tag. Wobei angesichts der Staubwolken, die die Boxter, 911er, 928er, 914er und Traktoren bei der Fahrt über den Sandboden hinterlassen, es manchmal erst mal heißt: Sonnenbrillen putzen.
Dann aber kann die Parade abgenommen werden. Ausdauernd bleiben die Liebhaber vor jedem polierten oder auch mit Carbonfolien überzogenen Autos stehen. „Guck mal die Fuchsfelgen“, „und da die Rallyescheinwerfer“, kommentieren die Männer, wobei selbst der treueste Fan irgendwann sagen muss: „Manche sind ja echt gleicher als die anderen.“
Man könnte auch sagen: Vor lauter Porsches sieht man das Besondere nicht mehr. Oder? „Doch, die fallen auf“, sagt Heinz Wieskowski. Der 56-Jährige kommt aus Oberhausen „seit Jahren“ zum Treffen. Er selbst fährt keinen Porsche. „Hätte ich zwar gerne, hat sich aber nie ergeben.“ Einen Traumporsche? „Ja, den Targa,“ jenes Gefährt der Reihe 911, das erstmals Mitte der 60er Jahre mit herausnehmbaren Dachmittelteil gebaut wurde und nicht nur einmal auf der Bahn zu sehen ist.
Soundcheck mit 3500 Umdrehungen im Leerlauf
Es wird laut. Die Parade der Clubfahrer beginnt. Mit dabei auch wieder der Porscheclub Wuppertal, einer der ältesten Clubs Deutschlands, der mit 40 Autos angereist ist. „Wir wollen mehr kulturelle Events machen“, sagt Clubmitglied Christian Stripers, bevor er in den 911 steigt und sich mit seinem Partner auf die Strecke begibt. Das ist angesichts der vielen geparkten Porsches und Zuschauer gar nicht so einfach. Moderator Volker Küster scherzt: „Mal sehen, ob ihr alle das Ziel erreicht.“ Irgendwie klappt es.
Was man beim anschließenden Soundcheck nicht sagen kann. Ein Cayenne tritt an. Im Stand soll er den Turbo auf Klang bringen. Es wird aber eher ein kläglicher Versuch. Bei 3500 Umdrehungen im Leerlauf geht der Begrenzer an und lässt das edle Stück verstummen. „Okay, der braucht also Fahrt, um laut zu sein“, sagt Volker Küster.
Ganz ohne Fahrt schafft es dagegen mühelos ein alter 928er, eine viersitzige Familienausgabe des Sportwagens, der aber immerhin 320 PS unter der Haube hat. Und die hört man auch: „Wummmmmmm“. Über 100 Dezibel. „Das ist Musik in den Ohren“, kommentiert Volker Küster und erklärt den Wagen zum Soundsieger. Musik, die wohl nur Porschefreunde mögen und ins Klischee passt, dass es Porschefahrer schnell und laut lieben. Oder?
„Die PS-Zahl ist mir egal“
„Nein, ich mag die Form. Die PS-Zahl ist mir egal“, sagt Isabelle Luegner, die ihren Mann zur Rennbahn begleitet hat, wie die meisten Damen. Das Bild dominieren die Männer. Und die sind auch auf der Suche nach neuem Zubehör. „Hey, guck mal. Der neue Prospekt von der Fuchsfelge“, ruft einer seinem Kumpel zu. Die Preise guckt er lieber später nach, sie lassen sich aber erahnen, angesichts von einem Stand weiter angebotenen Radsätzen für 2700 Euro. Sicher nichts für einen spontanen Kauf. Da dürften die Verkäufer von Politur eher Absatz machen. Schließlich dürfte jede der Karossen nach dem sandigen Tag eines daheim bekommen: eine Wäsche.










































